Synopsis kurz

Was ist nach dem Tod? Während zehn Jahren und bis zu ihrem Tod hat Lila Ribi ihre 93-jährige Grossmutter Greti gefilmt. Diese hat auf Lilas Frage immer dieselbe Antwort: Nach dem Tod ist nichts. Die Filmemacherin will mehr erfahren und bricht zu einer Reise auf, um andere mögliche Sichtweisen zu finden.

Gewinner des 9. Migros-Kulturprozent CH-Dokfilm-Wettbewerb 2022

Synopsis lang

(IM)MORTELS beginnt mit Greti Aebi (91), welche von ihrer Enkelin Lila Ribi gefilmt wird. Rüstig für ihr Alter wohnt sie im Erdgeschoss eines Hauses in einem Weiler auf dem Land. In den Geschossen darüber lebt ihr ältester Sohn Claude. Lila fragt Greti, warum sie sich oft um sie als Kind gekümmert habe. Greti antwortet, sie habe sich sehr über die Nachricht gefreut, Grossmutter zu werden. Doch ihr Sohn Luc habe die werdende Mutter bereits verlassen und sie habe helfen wollen. Lila will von Greti weiter wissen, wie sie sich den Tod vorstellt und das, was danach kommt. Gretis lapidare Antwort lautet: „Da ist nichts.“

 

Für Lila aber ist der Tod nicht unbedingt ein Ende, sondern vor allem ein Mysterium. Sie beginnt zu recherchieren und trifft Menschen, die sich berufshalber mit Sterben und Tod beschäftigen, und solchen, die es aus einer Berufung tun. Sie besucht den Neurologen Lukas Imbach, zu dessen Aufgaben am Universitätsspital Zürich es gehört, den Moment eines Hirntods protokollarisch festzuhalten. Er versucht seine eigenen Emotionen dabei auszuschalten und ist überzeugt, dass nichts mehr kommt, wenn das Hirn seine Tätigkeit eingestellt hat. 

 

Lila filmt ihre Grossmutter während vieler Jahre und thematisiert dabei auch Bruchstücke einer komplexen Familiengeschichte. Schlüsselmomente aus Gretis Leben. Als ihr Mann, dem sie drei Söhne gebar und von dem sie im Film immer nur als „Yersin“ spricht, die Familie verliess. Dies zwang sie, die das Leben eher locker nahm, ordentlich zu werden, und so ist sie auch im Alter darauf bedacht, Ordnung zu halten. Die beiden sprechen von den Dingen, die Greti Freude bereiten. Ihrem wunderschönen grossen Garten, von dem sie sagt, sie könne sich diesen nicht ohne sich selber darin vorstellen. Und von Dingen, mit denen Greti hadert. Dem frühen Tod zweier ihrer Söhne, einer der beiden ist Lilas Vater. 

 

Die Frage nach dem Tod und dem Danach führt die Filmemacherin zu dem auf Sterbebegleitung spezialisierten Psychologen Erich Dudoit nach Marseille. Im Gespräch mit dem noch jungen und krebskranken Hervé sind sich die beiden einig, dass der Tod ein Übergang ist in eine andere Art des Seins, und dass sich der junge Mann künftig in einer anderen Art der Fürsorge um seine Angehörigen kümmern wird. Einige Monate später filmt Lila in Marseille die junge Witwe Pauline, die von ihrer großen Trauer und den Fragen erzählt, die sie sich in Bezug auf ihren entschwundenen Mann stellt, und wie sie sich von seiner Liebe umgeben fühlt.

 

Die Liebe ist auch für die ehemalige Pferdesportlerin Sandra Boegly ein Schlüsselmoment des Lebens. Sie hat bei der Geburt ihres ersten Kindes beinahe das Leben verloren, sah sich in einer Nahtoderfahrung mit der Frage konfrontiert, ob sie denn genug geliebt habe in ihrem irdischen Sein. Nach dieser Erfahrung hat sie ihr Leben komplett verändert. 

 

Die Natur ist sehr präsent in Lila Ribis Film, der immer wieder in Sphären vordringt, die in Worten zu beschreiben oft kaum möglich scheinen. Die Bilder und Töne von Landschaften, Fauna, Wind und Flora, von schwärmenden Vögeln, einer Heuschrecke, die sich auf eine Blüte setzt, dem tosenden Meer, wirbelnden Schneeflocken und den ruhigen Tiefen unter der Wasseroberfläche werden dabei zu Spiegelbildern von Seelenlandschaften.

 

Greti wird mit fortschreitendem Alter gebrechlicher, ist geistig aber nach wie vor fit. Die Abhängigkeit von andern macht ihr zu schaffen. In ihrem Tempo meistert sie ihren Alltag und den Garten, füttert die graue Katze.

 

Lila besucht auf ihrer weiteren Reise in der Bretagne Christelle Dubois, die seit einem Autounfall in der Kindheit die Toten sprechen hört. Dubois betreibt ein Bestattungsunternehmen und arbeitet als Medium. Ihr Umgang mit Verstorbenen, die sie für ihre letzte Reise vorbereitet, ist ausnehmend zärtlich. 

 

Es sind nicht nur Menschen mit Nahtoderlebnissen, die von einer sich im Moment des Sterbens öffnenden Pforte erzählen. Auch der auf Komapatienten spezialisierte Neurologe Steven Laureys, eine Koryphäe in seinem Gebiet, sucht mit wissenschaftlichen Methoden herauszufinden, was das menschliche Bewusstsein tatsächlich ist. Und er gäbe viel darum zu wissen, was mit dieser Energie nach dem Ableben eines Menschen geschieht.

 

Greti kann nach einem Sturz nicht in ihr Haus zurückkehren. Sie lebt fortan in einem Heim. Ihr Schmerz über den Verlust ist enorm. Lila möchte helfen. Doch für viel anderes, als Zeit mir ihrer Grossmutter zu verbringen, hat sie, inzwischen selber Mutter geworden, nicht. Greti beobachtet im Garten vor ihrem Fenster eine Katze am Weiher. Sie wünscht sich nichts sehnlicher als den Tod. Unterdessen über 100 Jahre alt bricht es unverhofft aus ihr heraus: Früher sei sie auch mal gläubig gewesen, doch das habe sich schnell gelegt.

 

Der ungarische Wissenschaftsphilosoph und Pianist Ervin Laszlo spricht vom Bewusstsein als von einem vibrierenden Feld, einer allumfassenden kosmischen Substanz, welche Materie manifestiert und derer sich der Mensch gewahr werden kann, so wie es ihm öfters widerfahren sei während seiner Konzerte. Für ihn sind Menschen mehr als bloss Fleisch und Knochen. Sie sind beseelt von einer universellen Liebe. Es ist alles mit allem verbunden und alles hinterlässt Spuren. Körper und Hirn sind die Instrumente, die das kosmische Bewusstsein einfangen. Stirbt ein Mensch, dauert das Bewusstsein fort. Die größte Herausforderung unserer Zeit, sagt er, besteht darin zu verstehen, dass wir Teil einer tieferen Harmonie, einer tieferen Evolution sind und dass wir uns wieder verbinden müssen.

Jede Wahrheit bleibt eine Abstraktion, solange man sie nicht selbst erlebt. Mit Hilfe psychedelischer Drogen tritt Lila in die Dimension des Jenseits ein, wo sie eine lebendige Verbundenheit und tiefe Dankbarkeit dem Mysterium des Lebens gegenüber empfindet und den Tod als eine Tür zur (Weiter)Entwicklung erfährt. 

 

Greti stirbt in Frieden mit 103 Jahren. Lila darf bis zum Schluss bei ihr sein. 

 

Nunmehr ohne direkte Verbindung zu ihrer Großmutter begibt sich Lila noch einmal zu Christelle Dubois, um einen letzten Versuch zu unternehmen, mit dem Jenseits zu kommunizieren.

 

Die letzte Ruhe findet Greti im Beisein ihrer Familie unter der grossen Linde in ihrem Garten.

 

Synopsis court

Pendant de nombreuses années, Lila Ribi filme sa grand-mère Greti qui se détache petit à petit de la vie, créant un portrait tendre et non édulcoré de son aïeule. A la question "Qu'y a-t-il après la mort ?", la centenaire donne toujours la même réponse : "Il n'y a rien". La cinéaste voit les choses différemment. Elle se met en quête,

trouve d'autres points de vue et, finalement, aucune réponse définitive.

En revanche, la certitude que l'amour survit à la mort. (IM)MORTELS est une confrontation vivante avec la mort.

Lauréat du 9e concours Documentaire-CH Pour-cent culturel Migros 2022

Synopsis long

(IM)MORTELS commence avec Greti Aebi (91 ans), filmée par sa petite-fille Lila Ribi. Robuste pour son âge, elle vit au rez-de-chaussée d'une maison dans un hameau de campagne. Son fils aîné Claude, vit dans les étages supérieurs. Lila demande à Greti pourquoi elle s'est beaucoup occupée d'elle lorsqu'elle était enfant. Greti répond qu'elle était très heureuse d'apprendre qu'elle allait devenir grand-mère. Mais son fils Luc avait déjà quitté la future mère et elle avait voulu l'aider. Lila veut que Greti lui dise comment elle se représente la mort et ce qu'il y a après. La réponse lapidaire

de Greti est : "Il n'y a rien".

 

Mais pour Lila, la mort n'est pas forcément une fin, c'est avant tout un mystère. Elle commence à faire des recherches et rencontre des personnes qui côtoient la mort et des mourants dans leur quotidien. Elle rend visite au neurologue Lukas Imbach,

dont l'une des tâches à l'hôpital universitaire de Zurich consiste à constater le moment de la mort cérébrale de ses patients. Il essaie de faire abstraction

de ses propres émotions et est convaincu que plus rien ne vient lorsque

le cerveau a cessé son activité. 

 

Lila filme sa grand-mère pendant de nombreuses années et aborde ainsi des fragments d'une histoire familiale complexe. Des moments clés de la vie de Greti. Lorsque son mari, avec lequel elle a eu trois fils et qu’elle appelle par son nom de famille "Yersin", a quitté la famille. Cela l'a obligée, elle qui était plutôt “désordre“, à devenir organisée, et c'est ainsi que même dans sa vieillesse, elle tient à maintenir l'ordre. Les deux parlent de choses qui font plaisir à Greti. De son magnifique grand jardin, qu'elle dit ne pas pouvoir imaginer sans elle. Et de choses avec lesquelles Greti est en conflit. La mort prématurée de deux de ses fils, dont l'un est le père de Lila.

 

La question de la mort et de l'après conduit la cinéaste à Marseille chez Erich Dudoit, docteur en psychologie et psychopathologie, spécialisé dans l'accompagnement des mourants. En discutant avec Hervé, encore jeune et atteint d'un cancer, le psychologue et le patient tombent d’accord sur le fait que la mort est un passage vers une autre manière d'être et que le jeune homme s'occupera désormais de ses proches d'une autre manière. 

 

Quelques mois plus tard à Marseille, Lila filme Pauline, une jeune veuve qui raconte son grand chagrin et les questions qu’elle se pose par rapport à son mari disparu et comment elle se sent entourée par son amour.

 

L'amour est également un moment clé de la vie de l'ancienne athlète équestre Sandra Boegly. Elle a failli perdre la vie à la naissance de son premier enfant et a été confrontée, lors d'une expérience de mort imminente, à la question de savoir si elle avait suffisamment aimé dans son existence terrestre. Suite à cette expérience elle a complètement changé de vie. 

La nature est très présente dans le film de Lila Ribi, qui ne cesse de s'aventurer dans des sphères qu'il semble souvent presque impossible de décrire avec des mots. Les images et les sons des paysages, de la faune, du vent et de la flore, des oiseaux qui essaiment, d'une sauterelle qui se pose sur une fleur, de la mer qui gronde, des flocons de neige qui tourbillonnent et des profondeurs calmes sous la surface de l'eau deviennent alors des reflections des paysages de l'âme.

 

Greti devient de plus en plus fragile avec l'âge, mais elle est toujours en bonne santé mentale. Sa perte d’indépendance lui pose problème. A son rythme, elle gère son quotidien et le jardin, nourrit le chat gris. 

 

Poursuivant son voyage en Bretagne, Lila rend visite à Christelle Dubois, qui entend les morts parler depuis un accident de voiture survenu dans son enfance. Dubois gère une entreprise de pompes funèbres et travaille comme médium. Son contact avec les défunts, qu'elle prépare pour leur dernier voyage, est d'une exceptionnelle tendresse. 

Les personnes ayant vécu des expériences de mort imminente ne sont pas les seules à parler d'un portail qui s'ouvre au moment de la mort. Le neurologue Steven Laureys, spécialiste des patients dans le coma et sommité dans son domaine, cherche lui aussi à découvrir par des méthodes scientifiques ce qu'est réellement la conscience humaine. Et il donnerait beaucoup pour savoir ce qu'il advient de cette énergie après la mort d'une personne.

 

Après une chute, Greti ne peut pas rentrer chez elle. Elle vit désormais dans une maison de retraite.  Elle souffre énormément de cette perte. Lila veut aider mais devenue mère entre-temps, elle ne peut pas faire grand chose à part passer du

temps avec sa grand-mère. Dans le jardin, devant sa fenêtre, Greti observe un

chat près de l'étang. Elle ne souhaite rien d'autre que la mort. Entre-temps,

à plus de 100 ans, elle se confie de manière inattendue : au début, elle était

croyante mais cela lui a vite passé.

 

Le philosophe des sciences et pianiste hongrois Ervin Laszlo parle de la conscience comme d'un champ vibrant, d'une substance cosmique universelle qui manifeste la matière, et dont un être humain peut prendre conscience, comme il lui est arrivé parfois lors de ses concerts. Pour lui, les êtres humains sont plus que de la chair et des os. Ils sont animés par un amour universel. Tout est lié à tout, et tout laisse des traces. Le corps et le cerveau sont les instruments qui captent la conscience cosmique. Lorsqu'un être humain meurt, sa conscience persiste. Le plus grand défi de notre temps, dit-il, est de comprendre que nous faisons partie d’une plus profonde harmonie, d’une plus profonde évolution et que nous devons nous reconnecter.

 

Toute vérité reste une abstraction tant qu'on ne la vit pas soi-même. À l'aide de psychédéliques, Lila entre dans la dimension de l'au-delà, où elle ressent un lien vivant et une profonde gratitude envers le mystère de la vie et où elle expérimente la mort comme une porte d'évolution. 

 

Greti meurt en paix à l'âge de 103 ans. Lila reste auprès d'elle jusqu'à la fin. 

 

Désormais privée du lien avec sa grand-mère, Lila se rend chez Christelle Dubois pour tenter une dernière communication avec l’au-delà.

 

Greti trouve sa dernière demeure en présence de sa famille, sous le grand

tilleul de son jardin.